Wohnfläche kleiner als im Mietvertrag

Wohnfläche kleiner als im Mietvertrag

Zahlreiche Vermieter versuchen mit mehr oder weniger gefinkelten Tricks, mit ihren Wohnungen möglichst viel Miete zu kassieren. Dieser Beitrag stellt einen Trick vor, der leider sehr häufig ist. Es geht darum, dass die Wohnfläche kleiner als im Mietvertrag angegeben ist.

Berechnung der zulässigen Miete

Die gesetzliche Maximalmiete für eine Altbauwohnung wurde vom Gesetzgeber als monatliche Miete pro Quadratmeter geregelt. Man spricht vom Richtwertmietzins. Für jede Wohnung lässt sich damit bei Anwendung recht komplizierter Regeln ermitteln, wieviel Miete pro Quadratmeter verlangt werden darf. In Altbauwohnungen liegen die Höchstgrenzen in Wien meist zwischen 5 und 10 EUR pro Monat pro m², abhängig vor allem von Qualität und Lage einer Wohnung sowie abhängig davon, ob der Mietvertrag befristet oder unbefristet ist.

Wenn Mieter ihre Miete überprüfen lassen, so wird sehr häufig darüber gestritten, wie hoch die Miete in der konkreten Wohnung pro Quadratmeter sein darf. Hat man sich darauf geeinigt, oder wurde die maximale Quadratmetermiete von einer Behörde oder von einem Gericht festgestellt, so wird dieser Wert mit der Größe der Wohnung, beispielsweise 55m², multipliziert und man bekommt die maximale gesetzliche Gesamtmiete für die Wohnung.

Wohnfläche kleiner als im Mietvertrag

Meist wird aber nicht überprüft, wie groß die Wohnung tatsächlich ist, sondern es wird einfach der Wert aus dem Mietvertrag herangezogen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass die Quadratmeterangaben in Mietverträgen von Altbauten häufig nicht stimmen.

Es ist wenig überraschend, dass die Angaben im Mietvertrag manchmal höher sind als die tatsächliche Größe der Wohnung. Wir hatten bisher noch keinen einzigen Fall, wo die Wohnung größer war als im Mietvertrag angegeben. Wir haben aber schon hunderte Fälle gehabt, wo im Mietvertrag mehr Quadratmeter angegeben wurden als die Wohnung in Wirklichkeit hat. In einem extremen Fall wurde ein ganzes Zinshaus vermessen und fast alle Wohnungen waren in Wirklichkeit kleiner als im Mietvertrag angegeben.

Die Wohnfläche ist zuden nicht nur für die Berechnung des zulässigen Mietzinses relevant, sondern bei Altbauwohnungen auch für die Betriebskosten. Ist die tatsächliche Wohnfläche kleiner als im Mietvertrag angegeben, werden in der Regel auch zuviel Betriebskosten bezahlt.

Die richtige Berechnung der Wohnfläche

Wie ist nun die Wohnfläche - richtiger ist der Ausdruck Nutzfläche - zu berechnen?

Nach dem Mietrechtsgesetz MRG wird die Nutzfläche als die gesamte Bodenfläche einer Wohnung oder eines sonstigen Mietgegenstands definiert. Davon werden die Wandstärken und Durchbrechungen wie Türen oder Durchreichen abgezogen. Treppen, offene Balkone und Terrassen werden grundsätzlich nicht berücksichtigt, auch Sonderregelungen für Dachschrägen gibt es nicht.

Unser Tipp

Es zahlt sich also aus, wenn man die Angaben im Mietvertrag hinterfragt und einmal selbst das Maßband zur Hand nimmt und die Wohnungsgröße nachmisst.